Picasso auf dem Olivenhain
Es ist kein Geheimnis, dass Pablo Picasso ein Faible für Olivenbäume hatte. Bereits mit 16 Jahren verbrachte er einen fast einjährigen Aufenthalt in Horta de Sant Joan und machte den Olivenhain und das damit verbundene Leben zum Thema seiner Studien und Zeichnungen. Etwa 200 der damals entstandenen Werke sind heute im Picasso-Zentrum in Horta ausgestellt. Insofern hätte der Künstler ganz sicher nichts dagegen, sein Konterfei in einem heißen August als serielle Plastik auf einer Finca in der Nähe von Barcelona wiederzufinden. Dort nämlich, wo die Künstlerin Lali Canosa in aller Ruhe arbeiten kann.

Wenn es um Szenenbilder oder Requisiten für Oper, Theater und Film geht, ist ihr Name ein Begriff. Er steht für eine professionelle Realisierung von allerlei Projekten in diesen Bereichen. Schon viele Jahre arbeitet Lali Canosa für verschiedene Regisseure und Produzenten und realisiert deren Wunschkulissen nach Maß. Vielleicht erinnern Sie sich an die Szenerie der Verfilmung von „Das Parfum“ – eine Arbeit, die ebenfalls aus Lalis Kopf und Händen stammt und bisher den Höhepunkt ihrer szenenbildnerischen Karriere darstellt. Viele Arbeiten lassen sich nur im geräumigen Atelier in Barcelona ausführen. Sobald es die künstlerischen Aufgaben jedoch zulassen, flüchtet Lali auf ihre Finca, die in der Nähe eines kleinen Fischerdorfes an der Costa Daurada liegt.

In diesem Sommer entstand dort eine Reihe von Picasso-Büsten, die sie für ein kleines Museum in Madrid anfertigte. Es soll in Kürze eröffnet werden und neben einigen Bildern des Meisters über einen Shop verfügen, in dem Kultobjekte angeboten werden. Als Künstlerin zeichnet Lali Canosa sich aus, weil sie den unterschiedlichsten Materialien eine gewünschte Form und Farbe geben kann. Bildhauerische Fähigkeiten kommen dabei genauso zum tragen wie der Umgang mit diversen Werkzeugen und Maschinen, mit denen sie die Objekte bearbeitet.

Ihr Atelier bietet einen reichen Fundus an Materialien jeder Art, die sie für ihr Schaffen verwendet. Für die Entstehung der Picasso-Büsten fertigte sie zunächst ein Positiv aus Ton an. Davon nahm sie einen Silikonabdruck, der als Gussform für die serielle Fertigung diente. Begleitet vom fröhlichen Zwitschern zahlloser Vögel, die sich in den schattigen Olivenbäumen den Morgen vertrieben, stellte Lali die Büste aus Gips, Wachs, Schokolade, Seife, Harz, Acryl und sogar Bronze her.

Ganz nebenbei und eher in den kühleren Abendstunden bearbeitete sie einige Pinienholzstücke, die in einer Schreinerei als Abfall anfielen, mit Leim, Motorsäge, Flex und Feile, bis sie einen perfekten Männertorso darstellten, der einer Freundin als Schaufensterpuppe für deren Modekreationen dienen soll.

Parallel zu ihren Auftragsarbeiten realisiert sie auch immer wieder eigene Projekte, die sie in verschiedenen Galerien Spaniens präsentiert. Ihr Hang zum handwerklichen Schaffen ist dabei unübersehbar. Die abgebildete Installation besteht aus Schusters Leisten, die in der Schrittfolge eines Tangos auf einer weißen Wand angeordnet sind.
In Anbetracht der zunehmenden Sparpolitik Spaniens, von der selbstverständlich viele künstlerischen Projekte bedroht sind, bietet Lali Canosa übrigens ihre bildnerischen Talente neuerdings auch zu Privatzwecken an.
Sie nimmt individuelle Büsten in jeder Größe und aus verschiedenen Materialien in Auftrag. Falls Sie sich dafür interessieren, kontaktieren Sie uns bitte. Wir organisieren Ihren Aufenthalt und schaffen auf Wunsch ein individuelles Rahmenprogramm.





