Olivenanbau – Erntemethoden

Ein überaus wichtiger Aspekt bei der Herstellung eines exzellenten Olivenöls ist die Ernte. Die reife Olive ist extrem empfindlich und jede Verletzung steigert ihren Ölsäuregehalt. Dennoch haben sich neben der Handernte, bei der die Oliven entweder vom Baum abgepflückt oder abgekämmt werden, auch noch andere Methoden entwickelt. Es gibt ein Sprichwort, das so lautet: „Wenn die Oliven sprechen könnten, würden sie mit demjenigen schimpfen, der sie abschlägt“. Trotzdem ist die Methode weit verbreitet, die reifen Oliven mit einer Art Schlagstock vom Baum zu klopfen. In neuerer Zeit haben sich diverse mechanische Methoden ausgebreitet. Angefangen mit der sogenannten „Vibradora“, bei der einzelne Äste mit hoher Frequenz gerüttelt werden, bis hin zu großen Traktoren, die den Baum gleich am ganzen Stamm durchschütteln. In Minutenschnelle, untermalt von einem höllischen Lärm, fliegen so die Früchte vom Baum. Natürlich schafft man mit der maschinellen Ernte etwa 10 bis 20 Mal soviel, wie mit der sanften, artgerechten Handernte. Normalerweise werden unter dem Baum Netze ausgelegt, in die die Früchte fallen. Heutzutage gibt es jedoch auch schon Vorrichtungen, die sich wie ein überdimensionaler umgedrehter Regenschirm um den Stamm legen und die geernteten Früchte gleich in einen Anhänger schütten. Intensive oder sogar superintensive Anbauflächen werden auf jeden Fall auf die maschinelle Weise geerntet, aber auch auf kleinen Fincas röhrt heutzutage zunehmend der Maschinenlärm und lässt den Zauber und die Magie der Olivenernte zur Vergangenheit werden. Die auf diese Weise malträtierten Bäume stehen nach der Ernte wie gerupft da und wirken ziemlich traurig. Ein per Hand geernteter Olivenbaum hingegen wirkt erleichtert und glücklich, wenn er von seinen Früchten befreit wurde. Selbstredend ist dies ungleich mühsamer und langsamer und braucht erheblich mehr Manpower als die Sprit verzehrenden Maschinen.


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